Freut euch!

fasching-luftschlangen-pusten104~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647In den kommenden närrischen Tagen wird wieder viel gelacht und fröhlich gefeiert. Ich selber freue mich ehrlich gesagt auch jedes Jahr auf die 5. Jahreszeit. “Drei Tage Fastnacht, sind wie 3 Wochen Urlaub” hat ein Freund von mir mal gesagt. Man kann abtauchen und die Verpflichtungen und Sorgen des Alltags hinter sich lassen. Das tut gut!

Und danach? Danach beginnt die Fastenzeit. Auf den ersten Blick eine triste Zeit. Doch das muss nicht zwingend so sein. Wem es gelingt, durch diese Zeit der Besinnung und des Verzichts zur inneren Mitte zu finden und sich wieder neu auf Gott hin auszurichten, der wird feststellen, dass die österliche Bußzeit im Grunde genommen eine frohe Zeit ist. Eine Zeit, die zu einer tiefen, inneren Zufriedenheit und Freude führen kann.

In seinem Brief an die Philipper spricht Paulus von dieser tiefen inneren Freude. An zentraler Stelle fordert er die Philipper gleich zweimal zur Freude auf:

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! (Phil 4,4)

Diese Aufforderung zur Freude ist umso erstaunlicher, weil Paulus zu diesem Zeitpunkt im Gefängnis sitzt. Wie kann ein Mensch, der seiner Freiheit beraubt wurde, solche Zeilen schreiben?

Die Antwort lautet: Paulus besitzt eine Freude, die durch keine äußeren Einschränkungen tangiert wird. Die Quelle dieser inneren Freude finden wir in der Mitte des Schreibens. Dort treffen wir auf  ein Loblied, das als Philipperhymnus bekannt geworden ist:

Seid untereinander so gesinnt,
wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:
Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein,
sondern entäußerte sich und wurde ein Sklave und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.

Paulus weiß: Jesus Christus hat alle Erniedrigungen des Lebens, selbst den Tod, durchbrochen. Er ist der Herr, zur Ehre Gottes, des Vaters. Diese österliche Botschaft verleiht Paulus eine große innere Freiheit. Grund genug, sich wirklich zu freuen, selbst wenn die äußeren Umstände dagegen sprechen.

Auch wir dürfen uns mit dieser inneren Freude beschenken lassen – an Fastnacht, in der Fastenzeit, an Ostern und darüberhinaus!

Freut euch im Herrn. Noch einmal sage ich: Freut euch!

Eine frohe Fastnacht und Fastenzeit wünscht Ihnen

Pastoralreferent Alexander Ruf