Kirche in der City – aus der Perspektive einer 24-Jährigen

Ein schmaler Raum, von Glasfenstern umgeben, eine Linde davor spendet Schatten, ein Ort mitten in der Karlsruher Innenstadt und zugleich ein Ruhepol: das kirchenfenster – mein Praktikumsort für sechs Wochen Praktikum. Es ist ein Ort, der zu Gespräch, zu Fragen rund um Gott und die Welt und zum Ausruhen einlädt. Die Erfahrungen, die ich dort und in anderen Projekten der Gemeinde und der Citypastoral sammeln konnte waren bunt und lebendig:
Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch mit einem Obdachlosen, der zu Gast bei uns war. Er hat viel erzählt, von schwierigen Wohnverhältnissen, aber auch von seinem Glauben, der ihm Hoffnung gibt. Er endete mit der Aussage: „Jetzt habe ich Ihnen alles erzählt, das habe ich schon lange keinem mehr, aber es hat gut getan.“ Gut getan hat das Gespräch auch mir, denn ich spürte, dass ich von diesem Menschen etwas lernen konnte. In der Flüchtlingsarbeit der Seelsorgeeinheit, in angebotenen Sozialsprechstunden, bei der Aktion „Erzähl mir was, ich hör dir zu!“ oder bei einem Coffee-Stop auf der Straße habe ich ähnliches erlebt: Da war ein Suchen, ein offenes Ohr und die Bereitschaft sich berühren zu lassen von dem, was Menschen bewegt.
Um solche Begegnungsräume zu eröffnen werden von der Citypastoral immer wieder neue Projekte initiiert. Auch hier konnte ich bei Planungstreffen dabei sein und bspw. die evangelische Stadtteilarbeit kennenlernen. Aber nicht nur ökumenische Zusammenarbeit wird immer wieder angestrebt, sondern auch Kooperationen mit der Stadt – so zum Beispiel im Rahmen der designweek (noch kann man im Schaufenster in der Erbprinzenstr. 14 Designobjekte bewundern!). Ich schätze diese gemeinsamen Projekte sehr und glaube, dass die Kirche auf einem Weg in die Zukunft ist, wenn sie hinhört, im Gespräch bleibt und schaut, was den Menschen heute gut tut.

Christina S., Studentin, 24 Jahre